Liebe Freunde der Bergedorf-Philatelie

Diese Internetseite möchte das Sammelgebiet des beiderstädtischen Amtes Bergedorf umfassend darstellen. Bei der Strukturierung der Sammlung, wie auch dieser Seite mache ich es mir recht einfach. Ich übernehme im wesentlichen die Struktur des Bergedorf-Katalogs von Karl-Heinz Hornhues, auch die dort benutzte Nummerierung werde ich zur leichteren Identifikation benutzen und mit dem Kürzel 'HHus' versehen.
Auf der Hauptseite (diese Seite) werden die einzelnen Themen der Bergedorf-Philatelie vorgestellt, dabei werden exemplarisch einzelne Belege gezeigt. Zu diesen einzelnen Themen gibt es dann weitere Seiten für eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Belegen, Stempeln und Marken. Diese Seiten finden Sie jeweils unter den Links "Belege en detail"
Wer etwas mehr zum Was? und Warum? der Seite lesen möchte, kann das im Prolog gerne tun.

Inhalt


I.  Das Amt Bergedorf

I.1.  Geografie und Politik

Inhalt   
Das Sammelgebiet Bergedorf wird in vielen Handbüchern und Katalogen gleichberechtigt neben den anderen Sammelgebieten der Altdeutschen Staaten genannt und genau wie ein solches behandelt. Betrachtet man nur die Markenausgaben und schließt man posthistorische Themen aus, kann man mit dieser Sicht auch gut leben.
Beginnt man sich dem Thema auch aus der posthistorischen Sicht zu nähern und liest dazu das Standardwerk der Bergedorf-Philatelie "Bergedorfer Postgeschichte" von Karl Knauer, so zerfällt dieses schlichte Bild und es entsteht ein unzusammenhängendes Konglomerat von verschiedenen (teils ausländischen) Poststationen (preussisch, Thurn & Taxissch, Hannoversch, Beiderstädtisch, Reppenhagensch, ...) und unterschiedlichen Orten (Bergedorf, Kirchwerder, Geesthacht, Vierlanden). Das ganze Konstrukt scheint sich dann auch noch über die Zeit verändert und entwickelt zu haben.
Zumindest mir ist es so ergangen, dass ich nach der Lektüre des Buchs von K. Knauer erstmal nichts mehr verstanden habe.
Sicher wird man einwenden können, daß im Knauer zu den historischen Themen auch schon alles steht, was im Bergedorf-Katolog von Karl-Heinz Hornhues zu lesen ist.
Das Problem ist aber, dass diese, das Thema strukturierenden Informationen, im Knauer nicht so leicht zu erkennen sind. Sie stehen gleichberechtigt neben Detailinformationen aus Postverträgen und sind in der Menge der Informationen schwer zu erkennen.
Anders wurde es nach dem ich die 2. Auflage des Bergedorf-Katalog von Karl-Heinz Hornhues in der Hand hatte. Die Gliederung und die entsprechenden begleitenden Artikel zum jeweiligen Kapitelbeginn haben mir wieder einen Zusammenhang im Verständnis des Themas gegeben. Stellen wir also zunächst fest, daß Bergedorf kein Staat ist und sich der Inhalt der Bergedorf-Philatelie sich nicht entsprechend einfach über ein Staatsgebilde und seine zuständigen Organe definieren lässt.
Bergdorf ist zwar eine Stadt, aber es geht in der Bergedorf-Philatelie auch nicht nicht um eine Stadtpost. Um das Thema zu fassen müssen wir bis in die zwanziger Jahre des 15. Jahrhunderts zurückgehen, die Zeit der Entstehung des Hamburg-Lübeckschen Verwaltungsgebiets, dem so genannten Beiderstädtischen Gebiet.
Den beiden Hansestädten Hamburg und Lübeck war die Präsenz der Sachsen-Lauenburger auf der Burg Bergdorf ein Dorn im Auge (Es ging um Raubrittertum und nicht eingehaltene Verträge der Sachsen-Lauenburger, näheres kann dazu im Wiki unter Geschichte Bergedorfs nachgelesen werden. 142o wurde Bergedorf in einer militärischen Aktion von gemeinsamen Truppen Hamburgs und Lübecks eingenommen.
Das Städtchen Bergedorf, die Vierlande und Geesthacht wurden in der Folgezeit bis 1868 von Hamburg und Lübeck gemeinsam durch eine gemeinsame Verwaltung, dem Amt Bergedorf verwaltet. Wichtig für das Verständnis der Bergedorf-Philatelie ist, dass das Amt Bergedorf die postalischen Verhältnisse maßgeblich bestimmt und reguliert hat, aber nicht selbst das/ein Postamt war.

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Das Amt Bergedorf auf eine Karte aus dem 'Handbuch der Altdeutschen Staaten' von Hugo Krötzsch 
In der Veröffentlichung "Topographie und Statistik von Lübeck und dem mit Hamburg gemeinschaftlichen Amte Bergedorf" von 1829 wird Das Amt Bergedorf sehr treffend wie folgt beschrieben:

1. Geographie und physische Lage.

Das Lübeck und Hamburg gemeinschaftlich gehörige Amt Bergedorf— zusammengesetzt aus der Stadt Bergedorf, den Vierlanden (von den vier Landschaften: Curslack, Altengamm, Neuengamm und Kirchwärder also benannt,) nebst dem Dorfe Geesthacht — besteht aus zwei Enclaven, wovon die größere die Stadt Bergedorf und die Vierlande, die kleinere aber die Feldmark Geesthacht enthält.
Erstere ist 2 Meilen von Hamburg und 8 Meilen von Lübeck entfernt, liegt auf dem rechten Ufer der Elbe zwischen 53° 23" und 53° 29" nördlicher Breite, und 27° 47" und 23° 1" östlicher Länge von Ferro. Die kleinere Enelave liegt ebenfalls am rechten Elbufer, 4 Meilen von Hamburg, beinahe 2 Meilen von Bergedorf und 8 Meilen von Lübeck entfernt, unter 53° 25" nördl. Breite und 28° 2" östl. Länge von Ferro.
Es liegt im Flußgebiete der Elbe. Die Feldmarken Bergedorf und Geesthacht sind hügeligt; die Vierlande dagegen liegen in einer durchaus flachen Ebene. Bei ordinairem Wasserstande fast im Niveau mit dem Wasserspiegel der Elbe, bei Fluthen unter demselben.
Das Klima in den Vierlanden, welche durch die Hügelkette im Osten und Norden gegen kalte Winde und durch die Deiche geschützt sind, ist milder als in andern Gegenden von NordDeutschland; doch ist nebeligte und feuchte Witterung häufig vorhanden.

2. Gränzen.

a. Die größere Enclave. Gegen Norden: die Herzogtümer Holstein und Lauenburg; gegen Osten: das Herzogthum Lauenburg; gegen Süden die Elbe; gegen Osten die hamburgischen Landschaften: Ochsenwärder, Reitbroock und Billwärder.
b. Die kleinere Enclave. Sie ist ganz von dem Herzogthume Lauenburg und der Elbe umschlossen.


Mit dem Wissen, dass der Ferro der damalige Nullmeridian, benannt nach der gleichnamigen, zu den Kanaren gehörenden Insel (heute El Hierro), also der Bezugspunkt für die Gradangaben war und abgesehen von ein paar benutzten Begriffen, die sich uns zwar einfach erschließen, aber in unserem Sprachgebrauch nicht mehr vorkommen (hügeligt, nebeligte) ist die obige Beschreibung des Amtes Bergedorf sehr gut verständlich. Mehr noch, sie zeugt in ihrer sprachlichen schärfe und klaren Formulierungen von der damaligen Kunst der sprachlichen Beschreibung, die wegen der wenigen Bilder in den Veröffentlichungen sicher ausgeprägter als heute ist.

I.2.  Münze, Masse und Gewichte

Inhalt  
In Bergedorf galt die Hamburger Münze, die Guldenwährung.
- 1 Mark Hamburger Courant (=1,20 Mark Reichswährung) hatte 16 Schillinge.

Auch die dänische Währung spielte in Bergedorf wegen der direkten Nachbarschaft eine wichtige Rolle.
- 4 dänische Skilling entsprachen 1 1/4 hamburgischen Schilling, diese entsprachen
- 1 1/2 Schilling Lauenburger Währung.

Für Preußen und Hannover galten
- 1 Groschen (Neugroschen oder Silbergroschen) entsprachen 1 1/2 Hamburger Schilling.

Das Maß für die Entfernung war die Deutsche Meile (7,42 Kilometer) und das postrelevante Gewichtsmaß war das Loth.
- 1 Loth waren 16,66 Gramm, 30 Loth entsprachen 500 Gramm (= 1 Pfund).

II.  Auslandsposten in Bergedorf

Inhalt  
Bergedorf war durch seine engen Beziehungen zu Hamburg, dem Elbübergang in Zollenspieker und die angrenzenden Postgebiete Hannover, Schleswig-Holstein, Preussen, Dänemark ein interessanter Standort für Auslandsposten. Das Kapitel II wird diese darstellen und jeweils zeitlich einordnen.

II.1.  Die Hannoversche Postexpedition

Die Hannoversche Postexpedition wurde offiziell zum 13.o1.1752 als "Königlich Großbritannische und Braunschweigisch-Lüneburgische" Postexpedition eingerichtet. Ab dem 2o.o4.18o2 firmierte sie als "Großbritannische-Hannoversche" Postexpedition. Zum o1.o3.181o wurde sie zur "Königlich Westphälischen Spedition" und gehörte zum Postamt Lüneburg. Mit der Französischen Besatzung wurde Bergedorf dem Kaiserreich Frankreich einverleibt. Entsprechend wurde die Postexpedition zum o1.o1.181o ein "Kaiserlich-Französisches Postcomtoir". Ab Ende 1813 hieß es dann bis zur Schließung am 31.o3.1846 die "Königlich Hannoversche Spedition" des Postamtes Lüneburg.

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einzeiliger hannoverscher Langstempel 'BERGEDORFF' 
II.2.  Die Thurn und Taxissche Postexpedition

Inhalt   
Die Taxis´sche Post eröffnete ihr Amt in Bergedorf im Jahr 1785. Geschlossen wurde das Amt (nach Unterbrechungen während der Zeit der französischen Besetzung) im Jahr 1851. Von der Taxis´schen Postexpedition sind zwischen 1813 und 1828 handschriftliche Ortsangaben auf Brief bekannt. Ab 1828 wurde ein zweizeiliger Stempel 'T. T. BERGEDORF' benutzt.

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Brief mit Stempel des Thurn u. Taxischen Postamtes aus dem Jahr 1843 
II.3.  Die Zeit der französischen Besetzung

Das Amt Bergedorf wurde am o6. November 18o6 von Frankreich besetzt. Bis auf eine kurze russische Besetzungszeit vom 17. März bis 31. Mai 1813 dauerte die französische Zeit bis zum o3. Dezember 1813. Aus dieser Zeit sind ehemalig hannoversche Postscheine und Portofreiheitsstempel der Gemeinden Bergedorf, Neuengamme und Kirchwerder bekannt.

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Stempel des Bürgermeisteramtes 'LE MAIRE DE BERGEDORFF' 
II.4.  Die Königlich-Preußische Postexpedition

Inhalt  
Am 28.o7.1837 öffnete die Preußische Postexpedition im Hause des Hotels "Stadt Berlin" in Bergedorf. Dort konnten Briefe nach Preußen aufgegeben werden. Die Postexpedition besaß auch das Recht aus Preußen eingehende Briefe in Bergedorf zu verteilen.
Ab 1838 führte die Postexpedition einen zweizeiligen Stempel 'BERGEDORFF' mit Tages- und Monatsangabe. Einen Beleg der Preußischen Postexpedition kann ich leider nicht zeigen, der Stempel wurde aber nach der Übernahme der Preußischen Postexpedition als Beiderstädtisches Postamt weiterverwendet.

III.  Bergedorfer Posteinrichtungen

Inhalt  
Als Bergedorfer Posteinrichtungen bezeichnen wir alle Einrichtungen zur Beförderung von Briefen und Paketen, die der Aufsicht des Amtes Bergedorf unterstanden. Dabei ist das Amt Bergedorf eine gemeinsame Verwaltungseinrichtung der Städte Hamburg und Lübeck (daher die Bezeichnung "beiderstädtisch").

III 1.  Der Bergedorfer Amtsbote

Der Amtsbote und die Reihefuhre sind zwar grundsätzlich unterschiedliche Institutionen, ihre Entwicklung ist aber doch so miteinander verknüpft, das man ihre geschichtliche Darstellung kaum trennen kann.
Menschen, Pakete und Briefe wurden sicher schon vor längerer Zeit, als dem hier betrachtetem Zeitraum zwischen Bergedorf und Hamburg befördert, postgeschichtliche Betrachtungen können aber erst mit vorliegenden Belegen oder oder Dokumenten, in denen die Organisation von Postverkehr im weitesten Sinne beschrieben ist, beginnen.
Karl Knauer schreibt dazu in seinem Buch Bergedorfer Postgeschichte: "Den gegebenen örtlichen Verhältnissen entsprach aber bereits 1678 ein fahrpostähnlicher Fuhrverkehr, den zwei Bergedorfer Bürger, Eckmann und Götze,, sowohl für Personen, als auch für Briefe und Päckereien nach Orten der näheren Umgegend, vor allem nach Hamburg, betrieben."
Wie so oft im Leben möchten auch die lieben Mitbürger an einem guten Geschäft teilhaben und so stellten einige der 46 Bergedorfer Ackerbürger einen Antrag beim Amt Bergedorf, dass sie eine Reihefuhre einrichten können. Reihefuhre bedeutete schlicht, dass man sich die Fahrten entsprechen reihum aufteilen wollte. Diesem Antrag wurde durch die Visitation im Jahre 169o positiv entschieden, eine Liste wurde ausgehängt und 12 Ackerbürger trugen sich zur Teilnahme an der Reihefuhre ein. Götz und Ackermann waren ebenfalls dabei, also gab es 14 Reihefahrer. Die beiden letztgenannten behielten bis 17o1 das Privileg zusätzlich zur Fahrt zwischen Bergedorf und Hamburg, auch Fahrten in andere Orte durchzuführen.

17o8 wurden dem Fuhrwesen eine erste Ordnung, die Reige-Fuhr-Ordnung gegeben. Diese Verordnung liegt mir leider nicht vor, Karl Knauer schreibt und zitiert aus ihr aber so, dass davon ausgegangen werden kann, dass sie ihm vorlag: "Hiernach durfte niemand anders als die eingetragenen Fahrer reisende Personen oder Gepäck befördern, und die Reihefahrer selbst hatten sich mit guten Pferden und Wagen zu versehen, die außer dem Fuhrmann noch 8 Passagieren Platz boten. Die festgelegte Reihenfolge der Fahrer mußte unbedingt eingehalten werden, und die nächsten beiden Fahrer hatten sich immer in Bereitschaft zu halten, um im Notfall spätestens innerhalb einer Stunde fahrbereit zu sein. ... Die Fahrten nach Hamburg mußten täglich, auch wenn kein Bedarf vorhanden zu sein schien, außer sonntags und festtags, durchgeführt werden."

Da die Reihefuhr auch Personen und Frachtgut in umgekehrter Richtung nach Bergedorf zu transportieren hatten, gab es in Hamburg eine feste Station, die von den Reihefahrern angefahren wurde. Dieses Quartier war das Gasthaus im "Bergedorfer Haus" in der Steinstraße in Hamburg.

Am o9.1o.1739 wurde der erste Bergedorfer Amtsbote bestellt. Er war für die Besorgung von Briefen und Paketen nach Hamburg und in die nähere Umgebung zuständig. Dabei unterstand er dem Wagenmeister, zuständig für die Reihefuhre von Bergedorf nach Hamburg, der nun folgerichtig Boten- und Wagenmeister war.

Ab 184o wurden aus Bergedorf abgehende Briefe mit dem ovalem Stempel 'B A P' der Bergedorfer Amtsbotenpost gestempelt. Es gibt zwei Ausführungen des Stempels, eine mit Punkten hinter jedem Buchstaben und einel ohne Punkte.

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Paketbegleitbrief von 1843 mit Ovalstempel 'B. A. P.' 
III 2.  Die Bergedorfer Landpost Reppenhagens

Am o1. Oktober 1846 wurde das "Bergedorfer Land Post Amt" eröffnet, nachdem Johann Heinrich Hermann Reppenhagen für dieses eine Konzession erhielt. Die Reppenhagensche Landpost war eine Privatpost, deren Aufgabe darin bestand die Post innerhalb des Landgebietes des Amtes Bergedorf und zwischen den Landgebieten, Geesthacht und Bergedorf zu besorgen. Von Bergedorf aus ging die Post dann mit dem Amtsboten weiter. Nach der Beendigung der Amtsbotenpost und der Eröffnung des Beiderstädtischen Postamts im Jahr 1847 änderte sich für die Reppenhagensche Landpost zunächst nichts, sie versah ihre Aufgaben bis zur Übernahme durch die Bergedorfer Post am 3o. September 1853.

Das Bergedorfer Land Post Amt führte in seinem Bergedorfer Postamt einen achteckigen doppelrahmigen Stempel 'B.L.P.A'. Dieser Stempel wurde nach der Übernahme durch die Beiderstädtische Post von dieser weitergeführt und auf Briefe in den Landbezirk zusätzlich abgeschlagen.

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Brief aus Varel in Oldenburg von 1851 mit dem Rahmenstempel 'B.L.P.A.' 
III 3.  Das Lübeck-Hamburgische (beiderstädtische) Postamt

Inhalt  
Nach dem Buch von Karl Knauer gab es schon 1838 Gedanken zur Einrichtung eines Hamburgisch-Lübeckschen Postamtes in Bergedorf, es dauerte aber noch 8 Jahre bis zur Einrichtung im Jahr 1847. Verschiedene Ereignisse und Entwicklungen waren dabei die Triebkraft, benannt werden dabei folgende: Die hannoversche Post schloss 1846, die Taxissche Post verlor im Ganzen an Bedeutung. Die Bevölkerung drängte darauf eine bessere Anbindung zu erhalten. Als das Preußische General-Post-Amt mitteilte, dass es seine Postexpedition zu Ende März 1847 schließen werde und sich auf der anderen Seite neue Chancen durch die Eröffnung der Hamburg-Berliner Eisenbahnstrecke auftaten, wurde das Unternehmen konkret.

Am o8.o2.1847 erstellt der Amtsverwalter Dr. Lindenberg einen Bericht, in dem er drei wichtige Ziele definiert.
1. Die Postbeförderung muss genau so schnell und und mindestens zur gleichen Taxe wie bisher stattfinden.
2. Poststücke, die nicht in Richtung Hamburg aufgegeben werden sollen ab Bergedorf direkt und nicht über Hamburg befördert werden.
3. Die Versorgung der Gemeinden der Umgebung soll weiterhin durch die schon eingeführte (Reppenhagensche) Landpost erfolgen.

Am o1.o4.1847, Karl Knauer notiert in seinem Buch die Zeit 7.oo Uhr, eröffnete das Beiderstädtische Postamt unter der Leitung des Postmeister Paalzow, der bisher dem Preußischem Postamt in Bergedorf vorstand.

III 3.1.  Beiderstädtisches Postamt - Die Vorphilatelistische Zeit (1847-1861)

Der preußische Stempel vom Beiderstädtischen Postamt weitergeführt. Um einen Beleg mit Sicherheit zuordnen zu können muss er also datierbar sein.

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Brief von 1853 aus Bergedorf nach Hamburg mit rotem Zweizeier 'BERGEDORF' mit Datum
in der zweiten Zeile, wie er ab 1852 benutzt wurde 
Noch im Jahr 1847 wurde ein neuer Stempel angefertigt es handelt sich um ein dreizeiliges Gerät ohne Rahmen. Der Stempel wird zunächst mit Stundenangabe und Tageszeit, später (ab o9.o2.1849) ohne Uhrzeit verwendet.
185o wird der Stempel nachgeschnitten, die Buchstaben sind deutlich schmaler, die Zahlen werden erneuert. Ab ca. 1851 wird der Stempel wiederum mit anderen, größeren Zahlen benutzt.

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Brief aus dem Jahr 1851 von Bergedorf nach Altona mit dem dreizeiligen Stempel 'BERGEDORF',
Datum in der zweiten- und Tageszeit in der dritten Zeile 
1852 wurde der Textbogenstempel, wohl die bekannteste Stempeltype Bergedorfs, eingeführt. Bergedorf mit 'FF.' ist die frühe Type, er wurde in den Farben blau, (grünlich-) grau und rot verwendet.

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Brief von 1853 von Bergedorf nach Hamburg mit HK 'BERGEDORFF.' in rot 
III 3.2.   Beiderstädtisches Postamt - Markenlose Belege (1861-1867)

Inhalt  
Da es in Bergedorf nie Pflicht war Briefe mit Marken zu frankieren und somit immer die Möglichkeit bestand das Franko direkt am Schalter zu bezahlen, gibt es neben den Portobriefen auch eine recht große Menge von unfrankierten Francobriefen aus der Markenzeit.

III 3.3.  Landpostbureau/Postexpedition Geesthacht (1853-1867)

Inhalt  
MIt der Übernahme der Reppenhagenschen Landpost durch das beiderstädtische Postamt am o1.1o.1853 gehört auch das Landpostbureau Geesthacht zum Postamt Bergedorf.
Im Gegensatz zu den anderen übernommenen Landpostbureaux bekam Geesthacht - vermutlich auf Grund des größeren Postaufkommens - einen eigenen Stempel.

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Rückseite eines Briefes nach Geesthacht mit dem selten sauber abgeschlagenem Zweikreistempel 
III 3.4.  Beiderstädtisches Postamt - Die Einführung der Freimarken

Inhalt  
Um Bergedorf herum waren Freimarken zur Frankatur von Briefsendungen schon im Gebrauch (Hannover 3o.11.185o, Hamburg o1.o1.1551, Lauenburg mit den dänischen Marken seit xxx) , als man im Amt Bergedorf die Entscheidung traf, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Diese Entwicklung wurde wohl maßgeblich vom Postmeister Paalzow betrieben, so ist zumindest ein Bericht von ihm vom 25.o6.1859 an den Amtsverwalter Dr. Kauffmann in dieser Sache sehr klar formuliert. Er bezieht sich dabei geschickt auf den Wunsch des Publikums, zerstreut die Bedenken, dass dem Amt schaden durch Missbrauch der Freimarken durch eine mehrfache Verwendung entsteht und stellt sogar Gewinn in Aussicht, da es bei den Freimarken, wie auch schon beim Papiergeld, einen Schwund beim Publikum gibt und somit Geld durch den Verkauf eingenommen, ohne eine weitere Leistung erbracht zu haben.

Von der Vorbereitung der Markeneinführung sind folgende drei Stufen belegt. Es gab einen Markenentwurf, der nicht angenommen wurde, von ihm existieren Essays. Der nächste (bekannte) Entwurf zeigt schon die endgültigen Marken, davon sind Farbprobedrucke bekannt. Und als direkte Vorstufe der Freimarken existieren noch die Probedrucke.

III 3.4.1.  Die Einführung der Freimarken - Essays (1859)

Inhalt  
Die Essays zeigen wie die späteren Freimarken Bergedorfs als zentrales Motiv das zusammengesetzte Siegel des Amtes Bergedorf: Den halben Hamburgischen Adler und das halbe Lübeckische Tor im Kreis. Darum ebenfalls Schriftbänder, aber abweichend von den späteren Marken drei statt vier und diese noch selbst rund um den Kreis angeordnet. Da ich noch kein Essay in meiner Sammlung habe, kann ich auch keine Abbildung zeigen.

III 3.4.2.  Die Einführung der Freimarken - Farbprobedrucke (1861)

Inhalt  
Drucktechnischer Ursprung der Farbprobedrucke dürfte der Umdruckstein gewesen sein, von dem ausgehend durch einen weiteren Umdruck die endgültigen Drucksteine hergestellt wurden. Wer sich für dieses Thema interessiert, kann dazu auf der Seite Freimarkeneinführung en detail genaueres nachlesen.
Die Farbproben wurden von allen 5 Wertstufen in je 5 Farben hergestellt.

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Farbprobedruck 1 1/2 Schilling in grün
III 3.4.2.  Die Einführung der Freimarken - Probedrucke (1861)

Inhalt  
Von den Farbprobedrucken sind die eigentlichen Probedrucke zu unterscheiden. Sie weichen teilweise in der Papier- und Druckfarbe von den später verausgabten Marken ab.
Jeweils eine Marke der Probedrucke wurde einem Bericht vom Postmeister Paalzow vom 19. Juni 1861 zum Stand der Herstellung der Bergedorfer Freimarken beigefügt.
Karl Knauer geht davon aus, dass auf Grund dieser Vorlage die Farben der Werte zu 1/2 Schilling und 3 Schillinge nicht genehmigt wurden und in die Farben schwarz auf blau, bzw. dunkelultramarin auf mattrosa geändert wurden.

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1/2 Sch. schwarz a. braunviolett,
MiNr. I
III 3.5.  Beiderstädtisches Postamt - Die Bergedorfer Freimarken

Inhalt  
Am o1.11.1861 kamen die Freimarken Bergedorfs am Schalter zum Verkauf.

Die Marken zeigen alle das gleiche Motiv. Im Zentrum ist das jeweils halbe Wappen der Städte Hamburg (halbes Tor) und Lübeck (halber Adler) auf einem Wellenuntergrund, der von einem Kreis aus 55 Ringen umschlossen ist. Unter dem zusammengesetzten Wappen, das in dieser Form auch als Siegel vom Amt Bergedorf genutzt wurde findet sich in dem Kreis noch die Abbildung eines Posthorns. Der Kreis wird von von 4 Schriftbändern quadratisch umschlossen, die Schriftbänder tragen als Inhalt die Wertstufe in Schriftform, 'BERGEDORF', 'SCHILLING(E)' und 'POSTMARKE'. In Verlängerung der Außenseiten der Schriftbänder bilden sich in den Ecken der Marken je ein kleines Quadrat, das den Wert der Marke als Ziffer trägt. In den Ecken des inneren Quadrates sind jeweils zwei weitere gefüllte Kreise und einer der vier Buchstaben 'L', 'H', 'P' und 'A' als Abkürzung für das "Lübeck-Hamburgische Post-Amt" abgebildet.

Die Wertstufen unterscheiden sich durch ihre Farbe und - und das ist nicht häufig - durch ihre Größe. Die Marken sind im Steindruckverfahren hergestellt und wurden teils auf farbiges Papier gedruckt. Die Wertstufen sind 1/2-er Schilling, schwarz auf blau, 1 Schilling schwarz auf weiß(grau), 1 1/2 Schilling schwarz auf gelb, 3 Schillinge dunkelultramarin auf mattrosa und 4 Schillinge schwarz auf braunorange.

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1/2 Sch. schwarz auf blau,
MiNr. 1
2 Sch. schwarz auf weiß,
MiNr. 2
1 1/2 Sch. schwarz auf gelb,
MiNr. 3
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3 Sch. dunkelultramarin a. mattrosa,
MiNr. 4
4 Sch. schwarz a. braunorange,
MiNr. 5
III 3.6.  Beiderstädtisches Postamt - Die Bergedorfer Stempel der Freimarkenzeit

Inhalt  
Mit der Einführung der Freimarken im Dezember 1861 wurde auch der 5-Strichstempel zur Entwertung der Marken in Gebrauch genommen.

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o2.o1.1862, Brief nach Hamburg mit Entwertung einer 1 Schillingmarke durch den 5-Strichstempel, 
der hier kreuzweise aufgesetzt wurde 
III 3.7.  Beiderstädtisches Postamt - Besonderheiten

Inhalt  
In diesem Teil geht es um Belege aus der Zeit des Beiderstädtischen Postamtes, die nicht einfache Briefe sind, eben Besonderheiten. Dazu gehören für mich Neben den Briefen aus dem Postkasten am Berliner Bahnhof (in Hamburg), Paketbegleitbriefe, Postscheine, ein Transitbrief und ein Beleg mit dem Siegel des Beiderstädtischen Postamts.

III 3.7.1.  Der Briefkasten am Berliner Bahnhof

Mit der Eröffnung des Beiderstädtischen Postamts und der Beendigung der Bergedorfer Amtsbotenpost entfiel auch die Möglichkeit Postsachen beim Gastwirt im Bergedorfer Haus nach Bergdorf aufgeben zu können.
Zumindest für die Aufgabe von Briefen nach Bergedorf wurde eine Ersatzlösung geschaffen, ein Briefkasten am Bergedorfer Bahnhof.

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Brief aus dem Briefkasten vom 24.12.1856 
Briefe aus dem Briefkasten tragen keine Aufgabestempel. Sie wurden mit dem Zug nach Bergedorf transportiert und erste dort auf dem Postamt bearbeitet. Typisch ist die Kennzeichnung 'Hbg' mit dem Rötelstift.

III 3.7.2.  Postscheine

Inhalt  
Postscheine sind Bestätigungen der Post über eine Einlieferung für den Versender. Eine übliche Verwendung ist die Bestätigung einer Aufgabe eines Einschreibens (Recomadirt), so wie es hier gezeigt wird.

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Postschein über die Einlieferung eines eingeschriebenen Briefes in Geesthacht 
III 3.7.3.  Der Transitbrief

Inhalt  
Eine Besonderheit stellt sicher auch der folgende Beleg dar. Dabei geht es nicht so sehr um den Punkt, dass es sich um einen Feldpostbrief handelt. Interessanter ist, dass er einen Stempel des Beiderstädtischen Postamtes auf der Rückseite trägt, ohne dass die Destination im Zuständigkeitsbereich des Amtes Bergdorf liegt. Der Brief kommt aus Altona, geht über Bergedorf und wird dort auch postalisch behandelt und verlässt das Amt Bergedorf wieder nach Mölln in Lauenburg. Es ist ein echter Transitbrief!
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preussischer Feldpostbrief von Altona nach Mölln mit Transit Bergedorf 
III 3.7.4.  Ein Postvorschuss-Brief

Ein Postvorschuss-Brief ist am einfachsten zu verstehen, wenn man ihn sich als Nachnamesendung vorstellt. Er wird gegen die Bezahlung eines auf der Vorderseite notierten Betrages durch den Empfänger an diesen Ausgehändigt. Ein Entsprechender Schein wird dann an den Absender geschickt und dieser erhält gegen den Schein die Summe von der Post ausgezahlt. Im Endeffekt hat der Empfänger also einen Geldbetrag an den Absender bezahlt, die Zahlung wurde über die Post abgewickelt.

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Postvorschuss-Brief von Kirchwerder nach Bergedorf 
Der gezeigte Postvorschuss über 11 Schillinge vom 21.o7.1867 von Kirchwerder nach Bergedorf trägt den Ovalen Stempel 'Aus Vierlanden', der als Nebenstempel zur Kennzeichnung von Briefen mit der Herkunft aus den Vierlanden ab Mitte 1866 benutzt wurde. Der Stempel wird im Kapitel III.3.6. Die Bergedorfer Stempel der Freimarkenzeit vorgestellt.
Der Inhalt des Postvorschusses wird auf der Seite Postvorschuss en Detail dargestellt.

III 3.8.  Beiderstädtisches Postamt - Neu und Nachdrucke (Paalzow und Moens)

Viele Sammler sind der Meinung, dass das Sammelgebiet Bergedorf unüberschaubar, komplex und stark fälschungsgefährdet ist. Meist sind die vermeintlich vielen Fälschungen und Neudrucke Ursache dieser Sichtweise. Diese Ansicht ist aber völlig falsch und meist der falschen und nicht ausreichenden Information geschuldet. Alles was man braucht, sind klare Begriffe, eine Übersicht darüber wann was gedruckt wurde und die Möglichkeit die einzelnen Drucke zu unterscheiden.
Für unsere Zwecke im Themengebiet Bergdorf genügen uns folgende Begriffsbestimmungen:

1. Originale sind ursprünglich verausgabten Freimarken, die weiter oben vorgestellt werden.
2. Neudrucke sind Drucke, die vom originalen Druckstein, für philatelistische Zwecke hergestellt wurden.
3. Nachdrucke sind Drucke, die von für diesen Zweck hergestellten Drucksteinen stammen.

Zur Fälschungsgefährdung sei noch gesagt, dass die hier gemachte Aussage der leichten Erkennbarkeit sich ausschließlich auf die Freimarken, nicht aber auf die Stempel von Bergedorf bezieht. Gute Stempelfälschungen zu erkennen sollte man den Spezialisten überlassen und beim Kauf ausschließlich Stücke mit aktuellem Attest berücksichtigen. Schon manches gestempeltes Stück, das in der Vergangenheit von anerkannten Philatelisten als echt signiert wurde hält heutigen Prüfungen nicht stand.

Die Paalzow´schen Neudrucke

1867 noch während der Gültigkeit der Bergedorfer Freimarken. Gedruckt vom originalen Druckstein.
Als Paalzow´sche Neudrucke werden die Neudrucke der Probedrucke P1 und P4 (siehe oben) bezeichnet. Die Neudrucke vom 1/2-Schilling-Wert und vom 3-Schilling-Wert unterscheiden sich vom originalen Neudruck (und von den originalen Marken) sowohl durch das Papier, als auch durch die Farbe. Da die Drucke zur Zeit durchgeführt wurden, als die Drucksteine noch im Besitz des Bergedorfer Post waren, die zu diesem Zeitpunkt noch vom Postmeister Paalzow geleitet wurde erklärt den Namen der Neudrucke. Veranlasst wurden sie durch Paalzow, Verkauft wurden sie vom belgischen Briefmarkenhändler Moens.

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Neudruck vom Probedruck der 1/2 Schillingmarke aus dem Jahr 1867

Abzüge vom Urstein

Vom Urstein wurden zwei Serien von Abzügen, die so genannten "Probeabzüge vom Originalstein" hergestellt.

1868 Abzug vom Urstein, schwarz auf glattem weißen Papier
Dieser Abzug zeigt den Urstein (wahrscheinlich) in seiner ursprünglichen Version mit den 5 Freimarken, einer begonnenen Zeichnung und einer Zeichnung einer unverausgabten 4 Schilling-Marke. Die Drucke sind sehr sauber und klar.

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Abzug vom Urstein aus der frühen Serie (Ausschnitt)

1872 und folgende, Abzug vom Urstein, schwarzgrau auf schlechterem Papier

Dieser Abzug zeigt den Urstein zeigt eine retuschierte Version, die begonnene Zeichnung wurde entfernt. Der Druck wirkt unscharf und unsauber.

Die Moens'schen Nachdrucke

Der belgische Briefmarkenhändler Jean Baptiste Moens erwarb nach der Außerkurssetzung der Bergedorfer Freimarken gemeinsam mit den nicht unerheblichen Restbestände der Marken auch den Urstein mit den originalen Zeichnungen, wie er oben gezeigt wird.
Von diesem Stein wurden im Verlauf der Zeit verschiedene Nachdrucke hergestellt. Sie werden gerne auch als Neudrucke bezeichnet, sind sie aber nicht, denn sie stammen nicht von den Drucksteinen der originalen Marken, sondern von neu gefertigten Steinen. Aus diesem Grund sind sie auch recht einfach von den Originalen zu unterscheiden, denn sie tragen nicht die recht markanten Feldmerkmale der echten Freimarken, sondern die, der nicht überarbeiteten Zeichnungen des Ursteins.
An dieser Stelle zeige ich die unterschiedlichen Drucke entsprechend ihrer zeitlichen Herstellung. Da der Michel die Nachdrucke nicht ordentlich katalogisiert, übernehme ich die Bezeichnungen aus dem Katalog von Karl-Heinz Hornhues. Auf der Seite Neu- und Nachdrucke en detail werde ich alle verschiedenen Marken einer Wertstufe mit der Vorstellung der jeweiligen Merkmale zusammen zeigen. Daran kann man dann die Einordnung selbst durchführen.

1872, Nachdruck I
Der erste Nachdruck erfolgte für alle 5 Wertstufen.
Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
1/2 Schilling, Na I 1 1 Schilling Na I 2 1 1/2 Schillinge Na I 3
Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
3 Schillinge, Na I 4 4 Schillinge, Na I 5
1874, Nachdruck II
Der zweite Nachdruck erfolgte nur für den 4 Schilling Wert.

Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
4 Schillinge, Na II 5
1887, Nachdruck III
Der dritte Nachdruck wurde wieder von allen Werten hergestellt.

Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
1/2 Schilling, Na III 1 1 Schilling, Na III 2 1 1/2 Schillinge, Na III 3
Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
3 Schillinge, Na III 4 4 Schillinge, Na III 5
1888, Nachdruck IV
Der vierte Nachdruck wurde vom 1 und vom 3 Schillingwert hergestellt.

Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ... Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
1 Schilling, Na IV 2 3 Schillinge, Na IV 4
Möglicherweise ist schon aufgefallen, dass die gezeigten Stücke zu den Nachdrucken in der Qualität nicht ganz der sonst hier gezeigten für Einzelmarken entspricht. Das liegt nicht daran, dass die Ansprüche an die Qualität gesunken sind. Bei den Nachdrucken handelt es sich um philatelistisch eher uninteressantes Material geht und es wird hier dargestellt, damit man
a.) Kenntnis über die Anzahl und die Systematik der Nachdrucke erhält und
b.) um originale Marken von den Nachdrucken unterscheiden zu können.
Die Unterscheidungsmerkmale werden auf der Seite
Neu- und Nachdrucke en detail dargestellt

IV.  Bergedorfer Stempel auf Freimarken fremder Postverwaltungen

Inhalt  
Obwohl Bergedorf eigene Marken ausgegeben hat, sind Entwertungen fremder Marken mit Stempeln aus Bergedorf (verhältnismäßig zu anderen Altdeutschen Staaten gesehen) häufig. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen gab es in Hamburg einen Briefkasten für Post nach Bergedorf, dort konnten auch mit hamburger Freimarken frankierte Briefe eingeworfen werden. Die Entwertung erfolgte dann in Bergedorf auf dem Postamt. Ein anderer Grund lag darin, dass in Bergedorf verschiedene Freimarken anderer Staaten anerkannt waren, teilweise war die Benutzung solcher Marken, z.B. wie die der dänischen für den Versand von Briefen nach Dänemark und Schleswig-Holstein und Lauenburg, sogar vorgeschrieben. Sie konnten auch auf dem Postamt in Bergedorf am Schalter gekauft werden.

Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
o9.o3.1861, Brief von Bergedorf nach Trittau in Holstein mit Textbogenstempel 'BERGEDORF' zur Entwertung
einer dänischen 4 Skilling-Marke
Bis zur Einführung der Freimarken in Bergdorf wurden die Marken fremder Postanstalten mit dem bekannten Textbogenstempel entwertet. Mit der Einführung der Marken wurde der bergedorfer 5-Strich-Stempel beschafft, der dann auch zur Entwertung fremder Marken genutzt wurde.
Philatelie ohne Bilder ist möglich, aber ...
Brief von Bergedorf nach Gültzow im Herzogtum Lauenburg von 1862 mit 5-Strich-Stempel zur Entwertung
einer dänischen 4 Skilling-Marke
Bergedorf